Geschäftsmodelle von Energiegenossenschaften

Die rund 800 Energiegenossenschaften in Deutschland verfolgen alle ein gemeinsames Ziel: die Umsetzung einer dezentralen Energiewende unter Beteiligung der Menschen vor Ort – mit  positiven Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft. Für die Erreichung dieses Ziels bedienen sich die Energiegenossenschaften ganz unterschiedlicher Geschäftsmodelle: von der Stromerzeugung über den Netzbetrieb bis hin zu Themen wie Energieeffizienz oder -vermarktung.

Die Gründungsgeschichten erfolgreicher Genossenschaften aus all diesen Bereichen finden Sie in der Gründerfibel "Energiegenossenschaften - Bürger, Kommunen und lokale Wirtschaft in guter Gesellschaft".

Photovoltaikgenossenschaften

Der größte Teil der Energiegenossenschaften ist aktuell noch im Bereich der Energieproduktion durch Sonnenenergie tätig. Denn die Photovoltaik bietet eine einfache Möglichkeit, dezentral in erneuerbare Energien zu investieren und sie funktioniert – im Gegensatz zu Windkraft und Biogas – fast überall. In Photovoltaik-Genossenschaften kommen Gleichgesinnte zusammen, um - häufig gemeinsam mit kommunalen Entscheidungsträgern, öffentlichen Einrichtungen und regionalen Banken - Sonnenkraftwerksprojekte zu initiieren.

Windenergiegenossenschaften

Gemeinsam können Bürger in ihrer Region nicht nur Photovoltaik-, sondern auch Windkraftanlagen realisieren.  Dadurch wird die Akzeptanz für die Projekte spürbar gesteigert, denn die Menschen sind viel eher bereit, ein Windrad im eigenen Heimatort zu akzeptieren, wenn sie selbst daran beteiligt sind und nicht ein anonymer Investor profitiert, sondern die Wertschöpfung in der Region bleibt.

Genossenschaftliche Nahwärmenetze und Bioenergiedörfer

Durch genossenschaftliche Nahwärmenetze werden die angeschlossenen Haushalte kostengünstig mit Energie – zum Beispiel aus einer Biogasanlage – versorgt. In der Nutzung der Abwärme bestehender Biogasanlagen liegt ein enormes Potenzial für die Energiewende. Der Impuls für ein Nahwärmenetz geht häufig von Landwirten aus, die in eine Biogasanlage investiert haben. Die bei der Verstromung des Biogases anfallende Abwärme kann zum Beheizen von Wohnhäusern genutzt werden.

Noch einen Schritt weiter als die Nahwärmegenossenschaften gehen genossenschaftliche Bioenergiedörfer, mit denen möglichst die gesamte Wärme- und Stromversorgung des Ortes in Eigenregie auf regenerative Energien umgestellt wird.

Genossenschaftliche Energieversorgungsunternehmen

Energiegenossenschaften sind kein neues Phänomen. Seit mehr als 100 Jahren sind in vielen Regionen Deutschlands Genossenschaften als etablierte regionale Energieversorgungsunternehmen tätig. Viele wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Ziel einer flächendeckenden Versorgung mit Elektrizität im ländlichen Raum gegründet.