Nahwärme Gebenbach Atzmannsricht eG

Bildnachweis: Nahwärme Gebenbach Atzmannsricht eG, bearbeitet von genossenschaften.de

Von der Biogasanlage ins Wärmenetz

In den Ortschaften Gebenbach und Atzmannsricht wuchs 2022 der Wunsch, sich unabhängig von fossilen Energieträgern zu machen und gleichzeitig die steigenden Kosten für Heizöl und Gas abzufedern. Die daraus entstandene Bürgerinitiative konnte dafür bald einen konkreten Plan entwickeln, denn zeitgleich plante ein landwirtschaftlicher Betrieb den Bau eine Biogasanlage. Der Besitzer hatte die Idee, die entstehende Abwärme für die Wärmeversorgung der umliegenden Haushalte zu nutzen. Allein stieß er zwar schnell an seine Grenzen, aber in der Bürgerinitiative traf er auf Gleichgesinnte mit der nötigen Expertise, um ein Wärmenetz zu errichten. Aus dieser Partnerschaft entstand die Nahwärme Gebenbach Atzmannsricht eG.

Bürgerschaftliches Engagement als Motor

Biogasanlagen sind in ländlichen Regionen weit verbreitet. . Um nicht einzig auf den Stromverkauf angewiesen zu sein, ist die Nutzung der Abwärme wichtig für die Errichtung und den wirtschaftlichen Betrieb der Biogasanlage. Diese Ressource wollten auch der Betreiber der Bioenergie Gebenbach und Mitglieder t der Bürgerinitiative für eine zuverlässig und klimafreundlich Energieversorgung nicht ungenutzt lassen. Die, entstehende Abwärme sollte also  in ein Nahwärmnetz eingespeist werden. Doch organisatorisch und auch finanziell konnte der Landwirt das komplexe Unterfangen, ein Nahwärmenetz zu planen und zu bauen, nicht alleine stemmen. Die Gründung einer Genossenschaft ermöglichte es, ausreichend Ressourcen und Know-how zu bündeln, um ein solches Großprojekt umzusetzen. Zudem begünstige die Rechtsform eine enge Einbindung aller Beteiligten und gab ihnen die Sicherheit, dass Entscheidungen transparent und gemeinschaftlich getroffen werden.

 

„Die Rechtsform der Genossenschaft wurde deshalb gewählt, weil so alle Mitglieder über das Wohl und Weh mitentscheiden können. Über eine andere Rechtsform wäre das Projekt sicherlich nicht möglich gewesen, da bereits im Vorfeld mehrere Versuche von privater Seite gescheitert sind“, erklärt Vorstand Norbert Arnold.

 

Aus ersten Gesprächen entwickelte sich ein konkretes Vorhaben und eine aktive Gruppe, die das Vorhaben vorantreiben wollte. Die zukünftigen Gründer:innen besuchten mehrere Nahwärmegenossenschaften in anderen Teilen Deutschlands und ließen sich beraten, planten den Geschäftsbetrieb und entwickelten erste Baupläne. Durch die direkte Ansprache und Veranstaltungen gewannen sie rund 100 Mitglieder. Im November 2022 war es schließlich so weit: Die Nahwärme Gebenbach Atzmannsricht eG wurde gegründet. Nach einer dreijähriger Planungs- und Umsetzungsphase sind heute mehr als 100 private Haushalte sowie eine Schule und ein Kindergarten an das neue Wärmenetz angeschlossen.

Effiziente und klimafreundliche Wärmeversorgung für die Region

Die Wärme für das Nahwärmenetz Gebenbach Atzmannsricht wird von der Biogasanlage bereitgestellt, die 2024 den Betrieb aufnahm. Sie hat eine Leistung von drei Megawat.  Als ein hochmodernes regeneratives Speicherkraftwerk springt sie immer dann ein, wenn Sonne und Wind gerade keinen Strom liefern können. Damit bietet die Biogasanlage flexible Leistung, stabilisiert zudem die Stromnetze und bringt regionale Versorgungssicherheit. Die Biomasse, die zum Betrieb der Biogasanlage notwendig ist, stammt überwiegend von landwirtschaftlichen Betrieben aus der Gemeinde Gebenbach.

Um die Lastspitzen der Wärmeversorgung möglichst klein zu halten, wird die Wärme in den angeschlossenen Haushalten in einem verbrauchsgerecht ausgelegten Pufferspeicher zwischengespeichert. Von dort aus wird die Wärme in den Heizungen und durch Warmwasser verbraucht.

Die Vorteile für die Mitglieder liegen auf der Hand: Sie haben eine hohe Versorgungssicherheit durch die regionale Anlage und sehr gute Verfügbarkeit von Energieträgern. Der Aufwand für den Anschluss und die Wartung ist gering und der Kontakt zu direkten Ansprechpartnern ist stets gegeben. Die Kosten sind nicht nur stabil, sondern meist schon jetzt und gerade in Zukunft auch niedriger als bei fossilen Energieträgern.

Auch die Region profitiert vom Nahwärmenetz, da Investitionen und Ausgaben in der Gemeinde bleiben und zugleich die Umweltbelastung reduziert wird.

 

„Das Thema Klimaschutz hat eine große Rolle gespielt, da durch die Umsetzung zukünftig fast 1.000 Tonnen CO2 eingespart werden können,“ so Arnold.

 

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