Regionalvermarktung Beuren eG

Bildnachweis: Stefan Rosenfeld, bearbeitet von genossenschaften.de

Genossenschaftlicher Marktplatz für regionale Produkte

Regionale Spezialitäten vermarkten, die Wertschöpfung vor Ort stärken und Wertschätzung für die Landschaft fördern: Mit diesen Zielen wurde die Regionalvermarktung Beuren eG ins Leben gerufen. Die Genossenschaft vereint landwirtschaftliche Betriebe sowie Erzeuger von Lebensmitteln, Genussmitteln und handwerklichen Produkten aus der Schwäbischen Alb, die ihre regionalen Erzeugnisse gemeinsam vermarkten. Die Idee entstand im Zuge des Neubaus eines Wohnmobilstellplatzes in Beuren. Schnell wurde deutlich, welches Potenzial die Gäste für die Direktvermarktung regionaler Produkte bieten. Aus den ersten Ideen entwickelte sich der heutige „Genussmarkt“: ein moderner Selbstbedienungsmarkt, der sich zu einer erfolgreichen Vermarktungsplattform für regionale Erzeuger etabliert hat.

Gemeinsam ein vielfältiges Angebot bieten

Das Sortiment umfasst eine große Vielfalt regionaler Produkte: von Obst über Käse, Eier, Fleisch- und Backwaren bis hin zu Säften, Wein, Spirituosen sowie handgefertigten Erzeugnissen aus heimischem Holz oder Alpakaseife. Hinter jedem Produkt stehen Erzeugerinnen und Erzeuger aus der Region. Transparenz in der Herkunft der Produkte sowie die direkte Verbindung zwischen Produzierenden und Kundschaft sind zentrale Bestandteile des Konzepts.

„Unser Ziel war von Anfang an klar: die Vermarktung regionaler Produkte zu stärken und die regionale Wertschöpfung zu erhöhen“, sagt Vorstand Martin Schnerring.

 

Gegründet wurde die Genossenschaft von neun regionale Erzeugerbetriebe und der Gemeinde Beuren. Zu den Mitgliedern gehören landwirtschaftliche Betriebe, handwerkliche Erzeuger sowie die Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck.

Ziel war nicht etwa, wie oft in ländlichen Regionen, die Sicherung der Nahversorgung, sondern eine gemeinsamen Vermarktungsplattform für regionale Produkte zu schaffen. Gleichzeitig möchten die Mitglieder die Landwirtschaft vor Ort stärken und zum Erhalt der Kulturlandschaft mit ihren Streuobstwiesen, Weinbergen und landwirtschaftlichen Flächen beitragen.

„Mit jedem Einkauf beim Genussmarkt unterstützen unsere Kundinnen und Kunden direkt die regionale Landwirtschaft und den Erhalt unserer Kulturlandschaft“, erklärt Schnerring.

 

In der Gründungsphase wurde allen Beteiligten klar, dass ein Projekt dieser Größenordnung nur gemeinsam umgesetzt werden kann. Die genossenschaftliche Rechtsform bot die passenden Voraussetzungen: demokratische Mitbestimmung, Gleichberechtigung und gemeinschaftliches Handeln.

„Uns war wichtig, dass alle Beteiligten gleichberechtigt mitwirken können. Die Genossenschaft war dafür die ideale Rechtsform,“ so Schnerring.

 

Zudem bot die Kleingenossenschaft mit weniger als 20 Mitgliedern praktische Vorteile: kein Aufsichtsrat, geringerer Prüfungsaufwand und niedrigere Kosten. Außerdem erleichterte die genossenschaftliche Struktur die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde und anderen Partnern.

Von der ersten Idee bis zur Eröffnung vergingen rund drei Jahre. Die Gründungsmitglieder entwickelten verschiedene Konzept und erstellten Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Besonders herausfordernd sei es gewesen, für ein so neuartiges Projekt ohne Vergleichswerte, eine belastbare Planung aufzustellen.

Die Genossenschaft wurde Ende 2023 gegründet und 2024 offiziell eingetragen. Seit Ende 2025 lief der Markt erfolgreich im Testbetrieb, bevor er im April 2026 offiziell eröffnet wurde.

Direktvermarktung neu gedacht

Heute vermarkten knapp 40 regionale Anbieter:innen ihre Erzeugnisse über den Markt. Die Produzent:innen behalten dabei die Hoheit über ihre Produkte und Preise, während die Genossenschaft Infrastruktur, Organisation und Betrieb übernimmt. Ein digitales Marktmanagement ermöglicht den Anbieter:innen, Bestände und Verkaufszahlen jederzeit zu verfolgen. Elektronische Preisschilder und weitere digitale Lösungen sorgen für effiziente Abläufe. Die Genossenschaft stellt die Infrastruktur, organisiert den Betrieb und finanziert sich über eine Umsatzbeteiligung.

„Allein hätte keiner von uns einen solchen Standort bespielen können. Gemeinsam schaffen wir eine Vermarktungsmöglichkeit, von der alle profitieren,“ sagt Schnerring.

 

Gleichzeitig profitiert die gesamte Region von einer stärkeren Sichtbarkeit ihrer Produkte und einer höheren regionalen Wertschöpfung. Die Regionalvermarktung Beuren eG versteht sich deshalb nicht nur als Verkaufsplattform. Die Genossenschaft möchte ihren Kund:innen die Menschen hinter den Produkten und den Zusammenhang zwischen regionaler Erzeugung, Landschaftspflege näherbringen – oder wie Schnerring es ausdrückt:

„Der Genussmarkt macht die Vielfalt unserer regionalen Produkte für Gäste und Einheimische sichtbar und erlebbar.“

 

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