Regiomedes eG

Das genossenschaftliche MVZ  

Außerhalb von Großstädten und Ballungsräumen verschärft sich der Mangel an Ärzt:innen zunehmend. Um dieser Entwicklung aktiv entgegenzuwirken, gründete die Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen im südlichen Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Schwarzwald-Baar-Kreis und dem Schwarzwald-Baar-Klinikum im Frühjahr 2025 das erste genossenschaftliche Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) der Region. Mit der Regiomedes eG soll die haus- und fachärztliche Versorgung für die Bürger:innen verbessert und in den kommenden Jahren eine moderne, verlässliche und wohnortnahe medizinische Betreuung aufgebaut werden. 

Durch Kooperation medizinische Versorgung sichern 

Kooperative Modelle gewinnen im medizinischen Sektor seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung. Viele junge Ärzt:innen möchten das wirtschaftliche Risiko einer eigenen Praxis – geschweige denn einer Neugründung – nicht allein tragen oder scheuen den hohen bürokratischen Aufwand, der mit einer Einzelpraxis verbunden ist. Häufig bevorzugen sie eine Anstellung oder eine Option die Risiken minimieren. Eine wirksame Möglichkeit, Aufgaben und Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen, bietet die genossenschaftliche Rechtsform. Sie ermöglicht eine gemeinsame wirtschaftliche Basis und schafft gleichzeitig Raum für kollegialen Austausch sowie kontinuierliche Weiterbildung. Die Förderung multiprofessioneller Zusammenarbeit gehört ausdrücklich zum Zweck der Regiomedes eG. 

Auch für Kommunen bietet die genossenschaftliche Rechtsform viele Vorteile.  Sie reduziert finanzielle Risiken, ermöglicht einen unkomplizierten Beitritt neuer Mitglieder und bildet eine hervorragende Basis für eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit, bei der jedes Mitglied seine professionale Expertise einbringen kann. Damit sind genossenschaftliche MVZ auch offen für eine Mitgliedschaft der beschäftigten Ärzt:innenZudem läuft das genossenschaftliche MVZ nicht Gefahr, zu einem Übernahmeobjekt von Finanzinvestoren zu werden. 

Vorbild für die Gesundheitsversorgung in der Region 

Die Genossenschaft bietet ein Modell, indem die Stadt und der Landkreis ihrer kommunalen Verantwortung nachkommen können, die Klinik das fachliche und organisatorische Knowhow für eine moderne medizinische Versorgung mitbringt – und sie zugleich attraktive, zukunftsfähige Arbeitsbedingungen für medizinisches Fachpersonal geschaffen werden. 

Die Regiomedes eG versteht sich als langfristige Versorgungspartnerin, die weit über klassische Praxisstrukturen hinausdenkt. Wie auf der Website dargestellt, geht sie die gesundheitspolitischen Herausforderungen auf kommunaler Ebene aktiv an und entwickelt innovative Ansätze für eine stabile regionale Versorgung. Die kommunale Trägerschaft soll dabei Verlässlichkeit schaffen, Politik und Gesundheitswesen enger miteinander verbinden und die medizinische Grundversorgung als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge dauerhaft sichern.  

Oberbürgermeister Jürgen Roth betonte bei der Gründungsversammlung:

“Die Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung ist eine der drängendsten Zukunftsaufgaben für unsere Stadt. Mit der der Regiomedes eG setzen wir ein starkes Zeichen, dass wir uns am Dienst an den Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet fühlen. Die Gründung der Genossenschaft ist richtungsweisend und ein Versprechen für eine bessere Versorgung in der Region.”  

 

Zur Eröffnung des ersten von der Regiomedes eG betriebenen MVZ im Januar dieses Jahres nehmen bereits zwei Allgemeinmediziner, eine Kinderärztin und eine Internistin ihre Arbeit auf. Das Angebot soll stetig wachsen: Ab dem 1. April kommt eine weitere Ärztin hinzu und eine weitere Praxis ist bereits in der Planung. 

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